Der Einstieg in eine mehrsprachige WordPress-Seite kann selbst für erfahrene WordPress-User verwirrend sein. Du fragst dich vielleicht, welches WordPress-Plugin das beste für eine mehrsprachige Seite ist. Was sind die technischen Herausforderungen beim Aufbau einer mehrsprachigen Website? Wie wirkt sich das auf SEO aus? Soll ich maschinelle oder menschliche Übersetzungen verwenden?

In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du zu Übersetzungen deiner WordPress-Seite wissen musst und beantworten hoffentlich all deine Fragen. Dazu schauen wir uns zunächst an, wie du herausfindest, ob du überhaupt eine Übersetzung deiner Seite brauchst. Danach werfen wir einen Blick auf die verschiedenen Methoden und WordPress-Plugins für Übersetzungen und besprechen am Ende, welcher Weg der beste ist, um deinen Content zu übersetzen.

 

Die Vorteile einer Übersetzung deiner WordPress-Seite

Deine WordPress-Seite vom Deutschen in eine andere Sprache zu übersetzen, hilft nicht nur deinen Besuchern, sondern kommt mit einer ganzen Reihe von Vorteilen für deine Seite. Wenn du regional und national erfolgreich bist, drängt sich die Frage, ob du nicht in andere Länder und damit Sprachen expandieren solltest, förmlich auf. Das gilt besonders hier in der Schweiz, wo es absolut sinnvoll ist, deinen Content aus dem Deutschen ins Französische oder Italienische zu übersetzen.

1. Der SEO-Turbo

Einer der grössten Vorteile, deinen Content in verschiedenen Sprachen anzubieten, liegt auf der Hand: mehr Traffic.

Nehmen wir beispielsweise an, dass du deinen Content auch auf italienisch und französisch anbietest. Beim nächsten Besuch der Google-Crawler auf deiner Seite wird der Content in den beiden neuen Sprachen erkannt und fortan separat gelistet. Das bedeutet, dass deine Seite künftig sowohl auf deutsch, als auch auf italienisch und französisch in den Suchergebnissen auftauchen wird.

Darüber hinaus könnte es deutlich einfacher sein, deine Seite in anderen Sprachen gut ranken zu lassen, während die vorderen Plätze in den deutschen SERPs (Search Engine Result Pages = Ergebnisseiten der Suchmaschinen) hart umkämpft sind.

Eine mehrsprachige WordPress-Seite zu haben und diese gemeinsam mit einer gut durchdachten internationalen Keyword-Strategie ins Rennen zu schicken, kann dir dabei helfen, eine grosse Bandbreite an Keywords abzudecken. Das erhöht deine Chancen natürlich ungemein, auf der ersten Seite der Suchergebnisse aufzutauchen – und das gleich für mehrere Sprachen.

2. Verbesserte Nutzererfahrung

Eine Übersetzung deiner WordPress-Seite verbessert die Nutzererfahrung für Besucher, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Sie sind dadurch nicht nur in der Lage, den Content deiner Seite zu verstehen, sondern fühlen sich willkommen und möchten mehr über die Seite und ihre Inhalte erfahren. Das wirkt sich natürlich auf die gesamte Website aus und erhöht sowohl Traffic als auch Conversions, während die Absprungrate sinkt.

3. Vertrauen und Glaubwürdigkeit

Gerade für Unternehmen ist es immens wichtig, dieselbe Sprache zu sprechen wie die Menschen im anvisierten Markt. Warum? Weil Menschen sich einfach wohler fühlen, wenn sie in der Sprache kommunizieren können, mit der sie aufgewachsen sind. Eine komplette Übersetzung deiner Website kann dabei helfen, die Glaubwürdigkeit deines Unternehmens im Zielmarkt zu festigen.

4. Hoher ROI (return of investment)

Wenn du mit der Lokalisierung noch einen Schritt weiter gehst und deine Inhalte an die Sprache, Bräuche und Kultur eines bestimmten Marktes anpasst, kann dies die Marke, die Kundenbeziehungen und letztendlich das Endergebnis deines Unternehmens zusätzlich beeinflussen.

 

Maschinelle vs. humane Übersetzungen

Es gibt zwei Typen von Übersetzungen: die maschinelle und die humane, also von Menschen angefertigte Übersetzung.

1. Maschinelle Übersetzung

Auch als automatische Übersetzung bekannt, nutzt die maschinelle Übersetzung Übersetzungspakete oder künstliche Intelligenz, um den Text einer Seite in eine andere Sprache zu übersetzen. Eines der bekanntesten Beispiele für eine maschinelle Übersetzung ist wohl Google Translate und sein neurales maschinelles Übersetzungssystem.

2. Humane Übersetzung

Die humane Übersetzung bedient sich menschlicher Intelligenz, um Dinge in einer anderen Sprache auszudrücken. Es gibt viele professionelle Übersetzer auf dem Markt, die nur darauf warten, deinen Content – gegen Bezahlung – zu übersetzen. Wenn du Hilfe brauchst, einen geeigneten Übersetzer zu finden, kannst du dich gerne mit uns in Verbindung setzen (hier erfährst du mehr). Menschliche Übersetzungen sind in der Regel deutlich genauer und lesen sich natürlicher, da Menschen besser darin sind als Maschinen, verschiedene Nuancen einer Sprache zu interpretieren.

 

Die beste Lösung – dies gilt es zu beachten

Bevor du dich in die Übersetzung deiner WordPress-Seite stürzt, solltest du dir über drei Schlüsselfaktoren Gedanken machen:

Wie hoch ist dein Budget? Ziehst du eine kostenlose Lösung vor oder bist du bereit, Geld für qualitativ hochwertige Übersetzungen auszugeben?

Wie eilig hast du es? Hast du genug Zeit, um deinen Content manuell zu übersetzen oder bevorzugst du eine Lösung, die alles automatisch erledigt?

Wie wichtig sind Qualität und Genauigkeit? Bietet dein Unternehmen Dienstleistungen oder Produkte an, bei denen es auf akkurate Übersetzungen ankommt, die keine Konfusion aufkommen lassen, beispielsweise im Bereich Medizin, Finanzen oder Recht? Reicht eine maschinelle Übersetzung dann wirklich aus oder verdient dein Produkt vielmehr eine menschliche Übersetzung?

Es gibt viele verschiedene Wege, auf denen du deinen WordPress-Content übersetzen kannst. In diesem Artikel schauen wir uns allerdings nur die drei häufigsten an:

  • WordPress-Plugins
  • Manuelles copy & paste
  • Automatische Browser-Übersetzung

1. WordPress-Plugin

Die beliebteste Art, eine WordPress-Seite zu übersetzen, ist ein WordPress-Übersetzungs-Plugin. Diese Plugins sind die bequemste Lösung, um deiner Seite eine zusätzliche Sprache hinzuzufügen.

Das steht in starkem Kontrast zur Situation, wie wir sie noch vor wenigen Jahren vorgefunden haben, als wir uns mit Sprachpaketen, .PO- und MO-Dateien herumärgern mussten. Heute gibt es intuitive Plugins zur Übersetzung, mit denen du ganz einfach deinen Content im Front-End deiner Seite übersetzen und das Ergebnis sofort sehen kannst.

Mit einer schnellen Suche in der Plugin-Datenbank auf WordPress.org findest du die beliebtesten kostenlosen WordPress-Plugins für Übersetzungen:

Wenn du Google nach „Übersetzungs-Plugins“ durchsuchst, wirst du wahrscheinlich auch über andere Plugins für WordPress-Übersetzungen stoplern, beispielsweise TranslatePress, Loco Translate, WPML, Polylang oder Transposh.

All diese kostenlosen und Premiumoptionen kommen mit verschiedenen Features und Schnittstellen, um deinen Content zu übersetzen. Es lohnt sich, die Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen miteinander zu vergleichen, um dich für die beste Lösung zu entscheiden.

2. Manuelles copy & paste

Copy & paste ist eine er einfachsten Methoden, WordPress zu übersetzen, da du weder Plugins installieren noch bezahlen musst.

Um diese Methode zu nutzen, kopiere den Text, den es zu übersetzen gilt, in ein Dokument und übersetze ihn (oder sende das Dokument an einen professionellen Übersetzer). Sobald die Übersetzung erledigt ist, kopierst du sie und fügst sie in deine WordPress-Seite ein.

Dies ist eine Barebone-Lösung, wenn man nur Teile des Quelltextes auf der Seite übersetzen möchte. Sie ist zeitintensiv und kommt mit ernsthaften SEO-Nachteilen, weswegen es möglichweise deine Zeit nicht wert ist.

Google hält auf der Seite Ausschau nach dem hreflang-Attribut. Diese Information, die Auskunft über die Sprache der Seite gibt, findet sich im Header. Ohne dieses Attribut hat Google keine Ahnung, ob der Inhalt deiner Seite in Deutsch, Englisch oder welcher Sprache auch immer verfasst ist (Wir widmen uns dem hreflang-Attribut etwas später in diesem Artikel).

Wenn du dich also für die Copy&Paste-Methode entscheidest, bestehen nur geringe Chancen, dass deine Seite für verschiedene Sprachen ranken wird.

Natürlich könntest du hergehen und die hreflang-Tags selbst hinzufügen. Es ist allerdings deutlich einfacher, das an ein Plugin zu übergeben. Das kümmert sich dann ausserdem auch noch um die Übersetzung des URL-Slugs, des WooCommerce-Supports, bietet eine automatische Übersetzung und eine Übersetzung von Bildern.

3. Automatische Browser-Übersetzung

Die einfachste – und faulste – Lösung, WordPress zu übersetzen, besteht darin, es nicht zu übersetzen. Dank Browser wie Chrome kann man die Entscheidung, ob eine Seite übersetzt werden soll oder nicht, dem User überlassen.

Browser können sämtliche Inhalte einer Seite automatisch übersetzen. Der Vorteil besteht darin, dass der Besucher entscheiden kann, in welcher Sprache er deine Seite angezeigt bekommt. Per Knopfdruck kann er zwischen der Originalsprache der Seite oder seiner bevorzugten Sprache wählen.

Der Nachteil: Auf diese Weise hast du keine Kontrolle über die Übersetzung. Google Translate könnte beispielsweise deine Inhalte falsch deuten und missverständlich widergeben. Abgesehen davon geht jegliche Form von Persönlichkeit, die unweigerlich in jedem deiner Texte mitschwingt, in der automatischen Übersetzung verloren.

Ausserdem verspielst du mit dieser Form der automatischen Übersetzung das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit, die mit der Präsentation der Inhalte in mehreren Sprachen einhergeht. Du solltest dich also nur auf die automatische Übersetzung per Browser nur dann verlassen, wenn keine andere Möglichkeit besteht, deinen Content in mehreren Sprachen anzubieten.

 

Was solltest du übersetzen?

Wenn du es richtig machen möchtest, übersetzt du deine Seite komplett. Das dient sowohl der User-Erfahrung als auch der Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wenn du zwar einen Teil deiner Inhalte übersetzt, während du andere in der Originalsprache belässt, macht das nicht nur einen merkwürdigen Eindruck auf den Benutzer, sondern verwirrt zusätzlich die Suchmaschinen – und nichts davon kannst du wirklich gebrauchen.

1. Content

Unter Content oder Inhalt versteht man sowohl Seiteninhalte und Blog-Artikel als auch Header- und Footercontent, Kategorien, Tags, Widgets und das Menü. Vergiss nicht, auch die Custom-Type-Posts, die Datenschutzerklärung und die Seite mit den Geschäftsbedingungen zu übersetzen.

2. SEO-Metadaten

Die Metadaten „title“ und „description“ deiner Seite werden für gewöhnlich in den Suchergebnissen der Suchmaschinen angezeigt. Es ist also durchaus sinnvoll, auch diese zu übersetzen. Dadurch kannst du den organischen Traffic in anderen Sprachen steigern.

Stell sicher, dass du dich für ein Übersetzungs-Plugin entscheidest, das unter anderem auch mehrsprachige SEO und Sitemaps unterstützt.

3. URLs

Aus SEO-Sicht empfiehlt es sich, dass Keywords auch im URL-Slug enthalten sein sollen. Vermutlich praktizierst du das ohnehin schon für deine Seiten und Artikel. Es ist daher eine gute Idee, auch deine URLs zu übersetzen.

Nehmen wir an, deine Kontaktseite verwendet folgenden Slug in Deutsch:
Beispiel.ch/kontakt

In Englisch würde das Ganze so aussehen:
Beispiel.ch/contact

Nicht alle WordPress-Plugins lassen dich den URL-Slug übersetzen. Entscheide dich am besten für eines, das diese Option anbietet.

4. Bilder

Wenn du eine gleichbleibend positive Usererfahrung erzeugen möchtest, ist es essentiell, auch Bilder zu übersetzen. Wenn du alle anderen Inhalte deiner Seite übersetzt hast, wäre es für den Besucher mehr als verwirrend, wenn Bildtext in einer anderen Sprache erscheint.

 

Welche URL-Struktur solltest du verwenden?

Google bietet uns einige Tipps an, wie man eine mehrsprachige Seite managen kann. Es wird empfohlen, eine URL-Struktur zu verwenden, die das Geotargeting deiner Seite so einfach wie möglich macht:

Länderspezifische Domains für jede Sprache – beispiel.ch (oder beispiel.com für englische Besucher).

Subdomain für jede Sprache – de.beispiel.ch

Unterverzeichnis für jede Sprache – beispiel.ch/de/

Google empfiehlt ausserdem, keine URL-Parameter (beispielsweise beispiel.com?loc=de) zu verwenden, da Benutzer anhand der URL möglicherweise kein Geotargeting erkennen und ein Geotargeting über die Google Search Console so nicht möglich ist. Das ist in WordPress dank der Permalinks allerdings einfach zu vermeiden.

 

Was sind hreflang-Tags?

Hreflang-Tags sind eine Methode zum Markieren von übersetzten Texten, die zwar dasselbe aussagen, aber auf andere Sprachen und/oder Regionen ausgerichtet sind.

Yoast erklärt die drei üblichen Wege, das hreflang-Attribut einzubauen:

Content mit regionalen Unterschieden, beispielsweise de-ch und de-de.

Content in verschiedenen Sprachen, beispielsweise de, en und fr.

Eine Kombination aus verschiedenen Sprachen und regionalen Unterschieden.

Hreflang-Tags verraten Suchmaschinen wie Google die Version der Seite, die für eine bestimmte Sprache und Region optimiert ist.

Im folgenden Beispiel siehst du, wie das hreflang-Attribut Schweizerdeutsch angibt:

<link rel=”alternate” href=”https:// beispiel.ch” hreflang=”de-ch” />

Hreflang-Tags verhindern ausserdem das Problem des doppelten Inhalts oder duplicate content. Wenn du beispielsweise denselben Content in Englisch hast, diesen aber regional an die USA, England und Australien angepasst hast, werden die Unterschiede zwischen den Seiten nur minimal sein. Mit dem href-Attribut machst du den Suchmaschinen klar, dass es sich mitnichten um duplicate content, sondern um eine regional angepasste Version des Inhalts handelt.

 

Ran an die Übersetzung von WordPress

Dieser Artikel hat hoffentlich mit möglichen Konfusionen aufgeräumt, die rund um die Übersetzung von WordPress-Seiten bestanden haben mögen. Es kann zwar am Anfang ein wenig überwältigend aussehen, aber mit ein bisschen Planung und dem richtigen Übersetzungs-Plugin kannst du mit wenig Anstrengungen deine WordPress-Seite in einen mehrsprachigen Auftritt verwandeln.

Wenn du Fragen bezüglich der Übersetzung deiner WordPress-Seite hast oder welches Plugin du verwenden solltest, lass es uns wissen – wir sind froh, wenn wir helfen können.